Führungslektion – Ermutigung

Eine wichtige Aufgabe von Führungskräften sehe ich darin, andere zu ermutigen.

Die Ermutigung kann ganz praktisch sein:
Zuerst heißt das für mich, dass die anderen Raum & Zeit haben sollen, um gestalten zu können.
Wenn ein Mitarbeiter eine Idee hat, dann will ich grundsätzlich offen sein und bin bereit, kleine Experimente zuzulassen. Mitarbeiter sollen sich ausprobieren dürfen. Manchmal entdeckt man erst dabei, welche Fähigkeiten jemand hat. „Experimente“ bedeuten für mich auch das: es muss nicht perfekt sein! Kleinere Fehler dürfen gemacht werden. Ist nicht schlimm! Wichtiger ist bei den ersten Gehversuchen die Einstellung des Mitarbeiters. Tut er das, um gut dazustehen? Um sich zu profilieren? Oder um den anderen wirklich zu dienen? Um Gott zu ehren?
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Was macht Gemeinde? Apostelgeschichte 2,42-47 – Teil 2

Im ersten Teil zur Apostelgeschichte 2,42-47 habe ich verdeutlicht, dass die erste Gemeinde dieses Merkmal hat: „sie blieben in der Lehre der Apostel“.
Das ist eine andere Umschreibung für „Sie waren Jesus gehorsam“.
Die Lehre geschah dabei vielfältig: selten per Monolog, meistens per Dialog.

Das wirft Fragen auf, wenn ich mir unsere heutige Gemeindekultur anschaue:
– Tun wir das, was Jesus Christus will?
– Pflegen wir mehr die Monolog-Predigten oder den Lehr-Dialog?

In diesem zweiten Teil geht es um ein weiteres Merkmal:

2) „Sie blieben in der Gemeinschaft“
Auch dieses Gemeindemerkmal muss von Jesus her gedacht werden.
Gemeinschaft muss dann das bedeuten:
Es geht um die Gemeinschaft miteinander auf der Grundlage Jesu Christi.
Es ist also eine Gemeinschaft zu Menschen hin, die ihre Wurzeln in Gott hat und damit auch Gemeinschaft mit Gott ist.

Diese Gemeinschaft war zu Beginn sehr innig, wie diese Verse zeigen (der Aspekt des Teilens von Hab und Gut ist m.E. keine Voraussetzung für Gemeinde, sondern eine Folge von Gemeinde):
Vers 44:
„Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam.“
Vers 46a:
„Und sie waren täglich einmütig beieinander…“
Kapitel 4,32:
„Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam.“

Interessant ist, dass diese Art von Gemeinschaft schon vor Pfingsten existierte.
Das wird in der Apg 1,14 deutlich:
„Diese alle waren stets beieinander einmütig im Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.“
Auch in Apg 2,1 wird nochmal erwähnt:
„Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an „einem“ Ort beieinander.“

Das verwundert nicht, denn auch dieses Beieinandersein hatten sie von Jesus gelernt. Immerhin war er ungefähr drei Jahre lang mit Seinen Leuten unterwegs gewesen. Sie sahen sich täglich, abgesehen von wenigen Ausnahmen.
Jesus hatte diese Gemeinschaft vorgelebt, darum gebetet (u.a. Johannes 17,11) und die Jünger Jesu haben es nach Seiner Himmelfahrt weitergelebt.

Diese Gemeinschaft war natürlich bald angefochten und nicht mehr selbstverständlich. Dennoch blieb die Gemeinschaft ein absolut wesentlicher Punkt für das Gemeindeleben. Deshalb wird in den neutestamentlichen Briefen immer wieder dazu aufgefordert. Zum Beispiel hier:
– Römer 15,7: „Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“
– Epheser 5,19: „Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen“
– Epheser 5,21: „Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi.“
– Kolosser 3,9: „belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen“
– Kolosser 3,16: „Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.“
– Jakobus 4,11: „Verleumdet einander nicht, liebe Brüder. Wer seinen Bruder verleumdet oder verurteilt, der verleumdet und verurteilt das Gesetz. Verurteilst du aber das Gesetz, so bist du nicht ein Täter des Gesetzes, sondern ein Richter.“
– Jakobus 5,16: „Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“
– 1.Petrus 4,10: „Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes:“
– 1.Johannes 4,7: „Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott.“

Die Gemeinschaft der Gemeinde besteht also in dem Miteinander, dem Füreinandersein, dem Einander-Dienen… sie zeigt sich mit Wort und Tat.
In 1.Johannes 4,20 f. wird aufgezeigt, dass dieses Merkmal der ersten Gemeinde nicht verhandelbar ist. Denn die Liebe zum Nächsten ist gleichzusetzen mit der Liebe zu Gott:
„Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht. Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.“

Für viele Gemeinden in der westlichen Sphäre ist auch das eine kritische Anfrage:
Wie leben wir Gemeinschaft?
Beschränkt sich das auf den sonntäglichen „Gottesdienstbesuch“?
Wie gut sind die Beziehungen untereinander?
Treffen sich die Gemeindeleute auch außerhalb der offiziellen Termine?
Ruft man mal an? Schreibt sich einen ermutigenden Brief oder sendet eine nette Email? Hilft man einander bei Umzügen, in Krisenzeiten, verschenkt mal was?

Es geht letztlich um nichts anderes als um das Markenzeichen der Jesus-Leute:
„Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (Johannes 13,35)

 

Eine bestehende Gemeinde dynamischer machen – Teil 1

Der Titel klingt vielleicht merkwürdig.
Vielleicht aber auch verheißungsvoll.

Um das klar zu machen:
Wir können NICHTS bewegen, wenn nicht Gott bewegt!

Deshalb muss das immer die Grundlage sein:
Das Reden mit Gott und das Hören auf Gott.
Ohne Seine Leitung werden menschliche Programme zum Krampf.

Dann will ich einen zweiten Punkt hinzufügen:
Wiewohl ich nun auch ca. 20 Jahre Gemeindeerfahrung auf dem Buckel habe und seit mehreren Jahren als Prediger, Leiter, Pastor tätig bin, fühle ich mich immer noch als Lernender. Ich habe kein Erfolgsprogramm.
Aber ich sehe Prinzipien, die wichtig sind.
Und je mehr ich diese erkenne, desto mehr möchte ich sie umsetzen.

Nun zum Eigentlichen:
Wie kann es gelingen, eine bestehende Gemeinde dynamischer zu machen?
Und was heißt „dynamischer“?

Eine Doktorarbeit will ich aus diesem Artikel nicht machen, aber ich will ein paar Gedankenfetzen teilen:
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