Was ist wichtig für Gemeinden und Kirchen? Teil 2

Im ersten Teil zur Frage „Was ist wichtig für Gemeinden und Kirchen?“ habe ich eine Skizze eingefügt.
Der Titel ist „Gemeinschaft im Sinne Jesu“ (Teil 1 – hier klicken!)

Nun könnte man denken, dass das ein Punkt von vielen ist. Sozusagen neben Themen wie „Anbetung“, „Abendmahl“ und „Endzeitlehre“ stehend.
Tatsächlich handelt es sich m.E. um den elementarsten Aspekt des christlichen Glaubens.

Es beginnt mit Gott.
Gott ist nunmal der Erfinder von Gemeinde. Also, ist es wichtig, diesen Gott ein Stückchen besser zu verstehen. Dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass wir auch den Sinn von Gemeinde verstehen.

Schon im ersten Buch der Bibel wird uns Gott als ein Gott der Gemeinschaft dargestellt.
Wie auch immer man zur Dreieinigkeitslehre stehen mag, aber in Genesis gibt es Anklänge an den dreieinigen Gott (manche vertreten die Auslegung, dass wir es in Genesis mit einem Majestätsplural zu tun haben; ich würde sagen: „Ja, haben wir! Und zugleich haben wir den Hinweis auf die Dreieinigkeit Gottes!“).

In Genesis 1,1b steht:
„und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.“
Warum wird hier differenziert zwischen „Gott“ und dem „Geist Gottes“?
Warum schwebt nicht „Gott“ über dem Wasser?
Es lässt erahnen, dass Gott in sich anders ist, als wir es meinen.
Es gibt eine wie auch immer zu definierende Erscheinungsform Gottes, die sich wohl am besten mit „Geist Gottes“ benennen lässt.
Ein erster Hinweis darauf, dass Gott in sich mehr ist als nur eine Erscheinungsform/Person.

In Genesis 1,26a steht:
„Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei,…“
Dieses „Lasset uns“ kann für ein königliches Plural stehen: „Wir, der König, befehlen…“
Ebenso kann es hier ein Hinweis auf den dreieinigen Gott sein.
Warum nicht beides!? Ich finde beide Vorstellungen angemessen.

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Allerdings tendiere ich dazu, hier einen Hinweis auf den dreieinigen Gott zu sehen.
Wenn der Mensch ein Abbild Gottes ist, diesem Gott „gleich“, dann kann das erste Menschsein von Adam und Eva ein Spiegelbild von Gottes Wesen sein.
Beachtlich ist das:
Gott schafft nicht einen Menschen. Er erschuf zwei Menschen. Mann und Frau.
Wie es dann in Genesis 2,23 nachzulesen ist, erkennt der Mann in der Frau etwas von sich, wiewohl sie offensichtlich anders aussieht („Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch“). Und Gott bestimmt die Frau zur Hilfe für den Mann (Gen 2,18: „…Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.“ – Anmerkung: das Wort „Hilfe“ kann auch „Gegenüber“ oder „Entsprechung“ bedeuten).
Der Mann braucht Hilfe. Er ist auf sie angewiesen und sie entstammt ihm (Gen 2,21 ff.). Ohne ihn wäre sie nicht. Und ohne sie wäre er unvollkommen. Es ist ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis. Es gibt eine tiefe Beziehung zwischen den beiden, die Gott entsprechend bestimmt und geformt hat.
Und eben in dieser Art von Beziehung sind Adam und Eva ein Abbild von Gottes Wesen.
Das deutet daraufhin, dass Gott jemand ist, der auch in sich Beziehung hat. Ein Gott, dessen Wesen die Gemeinschaft und Ergänzung ist.

Später im NT ist von Jesus, dem Sohn Gottes zu lesen.
Z.B. deutet Galater 4,6 auf das dreieinige Wesen Gottes hin:
„Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, der da ruft: Abba, Vater!“
An vielen anderen Versen des NT entdecken wir, wie Gott selbst, dann Sein Sohn, dann Sein Geist, dann Er als Vater in Erscheinung tritt.
Nur beispielhaft seien auch erwähnt:
a) „Habt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch als Aufseher eingesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu hüten, die er sich erworben hat durch das Blut seines eigenen Sohnes!“ (Apg 20,28)
b) „Von jenem Tag aber oder der Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater.“ (Mk 13,32)
c) „und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt.“ (Joh 14,16 f.)

Theologisch ließe sich hier noch tiefer graben, indem sämtliche relevanten Verse untersucht würden, aber für das Zeichnen der ersten groben Linie genügt es.
Zu entdecken ist das:
Gott ist in sich selbst Gemeinschaft.
Er tritt auf im Sohn, im Geist und im Vater.
Und so wie Adam und Eva aufeinander bezogen sind, so ist auch Gott in diesen drei Personen Vater, Sohn und Geist auf sich bezogen.

Kurzum:
Gott ist in erster Linie ein Gott der Gemeinschaft, ein Gott der Beziehung. Es ist Sein Wesen.


Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Abreha_and_Atsbeha_Church_-_Adam_and_Eve_01.jpg
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Anmerkung: Beachtlich, dass es von Adam und Eva wohl mehrheitlich Bilder hinsichtlich des Sündenfalls gibt, entweder mit Schlange und/oder Frucht/Apfel.. aber auf jeden Fall sind die Geschlechtsorgane bedeckt!

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